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Bei der Olympia-Premiere 1964 in Tokio war Judo mit vier Gewichtsklassen dabei und nur für Männer. Vier Jahre später in Mexico City fehlte der Kampfsport im Programm, um in München 1972 ein Comeback zu feiern. Seit Barcelona 1992 kämpfen auch Frauen in sieben Gewichtsklassen um Medaillen.

Judo hat seinen Ursprung in Japan und steht wörtlich für den „sanften Weg“. Wie traditionell üblich bei japanischen Sportarten ist der Weg vom Schüler zum Meister in genau festgelegte Abschnitte unterteilt.

Dadurch gibt es eine feste Rangfolge, die sich im Obi, dem farbigen Gürtel, wiederspiegelt. Je dunkler der Gürtel, desto höher ist der Schüler graduiert. Die Meistergrade beginnen mit dem schwarzen Gürtel. In Japan gibt es nur vier verschiedene Gürtelfarben: weiß, braun, schwarz und rot-weiß, in Europa unterscheidet man zwischen verschiedenfärbigen Schüler- und Meistergraden.

Die Farbe des Gürtels sagt weniger über die kämpferischen Qualitäten eines Judoka aus, sondern gibt Auskunft über seine Fall-, Stand- und Bodentechniken. Zur richtigen Bekleidung eines Judoka gehören auch noch Kimono und Zubon, also Jacke und Hose.

Gekämpft wird bei Olympischen Spielen auf einer 10 x 10 m großen Wettkampffläche, die von einem vier Meter breiten Sicherheitsstreifen umgeben ist. Ziel des Kampfes ist es, den Gegner innerhalb der Zeit auf den Rücken zu werfen und eine Wertung zu bekommen.

Wertungen

Seit 2009 gibt es nur noch drei verschiedene Wertungen, die unanbhängig voneinander vergeben werden können. Der Kampf beginnt nach einer Verneigung auf ein Kommando des Wertungsrichters. Zu Ende ist es, wenn entweder die Zeit abgelaufen ist oder ein Judoka einen ganzen Punkt erreicht hat. Bei Punktegleichheit geht es in die Verlängerung, die mit einem sogenannten Golden Score endet.

•  Ippon – die höchste Punktezahl, der Kampf ist sofort gewonnen

•  Waza-ari – ein halbes Ippon, bei zwei Wazari ist der Kampf ebenfalls vorbei

•  Yuko – großer technischer Vorteil, kann nicht zur nächsthöheren Wertung addiert werden

Für jede Aktion wird eine Wertung vergeben. Gutpunkte gibt es für gelungene Wurf-, Hebel- und Festhaltetechniken. Techniken müssen immer innerhalb der Wettkampffläche begonnen oder beendet werden. Alles was außerhalb passiert, bringt keine Punkte. Nach einem Wurf kann der Kampf am Boden fortgesetzt werden.

Gelingt beiden Judoka keine wesentliche Technik, so unterbricht der Schiedsrichter den Kampf kurz und die beiden Kämpfer nehmen wieder ihre Standposition ein. Für unsportliches Verhalten, unfaire Grifftechniken oder Untätigkeit gibt es Strafen, die zunächst eine Verwarnung bringen, aber nicht in Wertungen umgewandelt werden. Diese kommen nur bei Punktegleichstand zum Tragen.

Lange Judo-Tradition

Österreich blickt auf eine lange Judo-Tradition zurück. Bei Olympischen Spielen gab es bislang sechs Medaillen, je zwei Mal Gold durch Peter Seisenbacher (Los Angeles 1984, Seoul 1988), zwei Mal Silber durch Claudia Heill (Athen 2004) und Ludwig Paischer (Peking 2008) und zwei Mal Bronze durch Josef Reiter (Los Angeles 1984) und Roswitha Hartl (Seoul 1988). Dazu zahlreiche Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften.